Sparkassen Chess-Meeting

Dortmund

Ferdinand Fabra Preis

Meistertrainer und Schulschachpionier: Ferdinand-Fabra-Preis ehrt erfolgreichen Schachnachwuchs

(Dortmund, 30. Juni). Seit diesem Jahr werden zu Beginn des Sparkassen Chess-Meetings erfolgreiche Dortmunder Nachwuchs-Akteure mit dem Ferdinand-Fabra-Preis geehrt. Der Öffentlichkeit bekannt ist Ferdinand Fabra (1906-2007) als erfolgreicher Meistertrainer, mit dem Borussia Dortmund 1947 zum ersten Mal Westfalenmeister wurde. Doch Fabra war ein ebenso begeisterter Freund des Schachspiels, das er in seiner Zeit als Schullehrer förderte und bis ins hohe Alter aktiv im Verein betrieb.

Fabras Stationen als Fußballtrainer sind markant bis eindrucksvoll: Erster Meistertrainer (1947 und 1948) von Borussia Dortmund, Coach von Preußen Münster mit dem berühmten Sturm um Adi Preißler und Fiffi Gerritzen, Trainer der Spielvereinigung Fürth und Entdecker des späteren 54er Weltmeisters Karl Mai. Die stille Liebe Fabras, der im vergangenen Dezember 101-jährig verstarb, gehörte aber sein Leben lang dem Schachspiel.

Nachdem Fabra seine Trainerkarriere Mitte der 50er Jahre beendet hatte, ging er als Diplom-Sportlehrer zum Lippstädter Ostendorf-Gymnasium, an dem er auch selber sein Abitur gemacht hatte. Dort gab es zu seiner Freude schon 1947 einen inoffiziellen „Club der Schachfreunde”, der sich regelmäßig traf und dessen „Spiritus Rector“ Fabra wurde. Schon zu Beginn der 60er Jahre entwarf er den Plan, an sämtlichen Stufen seines Gymnasiums (Unter,- Mittel- und Oberstufe) Schachgruppen einzurichten, die dann von der Schulleitung und von den Elternpflegschaften aktiv unterstützt werden sollten. Um die Eigenverantwortung zu fördern, wurde die „Schach-AG“ jeweils von einer Schülerin bzw. einem Schüler offiziell geleitet. Eine Schachbücherei wurde aufgebaut, Schachspiele standen selbst für die Schulpausen zur Verfügung, das Training übernahm Fabra persönlich.

Seit 1997 hatte Ferdinand Fabra Kontakt zum Veranstaltungsleiter des Sparkassen Chess-Metings, Gerd Kolbe. Die Dortmunder Nachwuchsaktivitäten in Sachen Schulschach und die Dortmunder Schachschule standen in den Gesprächen im Blickpunkt. „Es war etwa ein halbes Jahr vor seinem Tod, als der Gedanke geboren wurde, jährlich zu Beginn des Sparkassen Chess-Meetings die erfolgreichsten Dortmunder Nachwuchsakteure mit dem „Ferdinand-Fabra-Preis”, dotiert mit jeweils 300 Euro, zu ehren“, so Veranstaltungsleiter Gerd Kolbe. Leider war es Ferdinand Fabra, der 1999 den symbolischen Eröffnungszug der damaligen Schachtage ausführte, nicht mehr vergönnt, die erste Verleihung „seines“ Preises selbst noch zu erleben. Kolbe: „Ich beabsichtige aber, im kommenden Jahr den Preis von Dr. Matthias Fabra, dem Sohn des Schulschachpioniers, übergeben zu lassen.“