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Tag der Geschenke Die dritte Runde des Sparkassen Chess-Meetings war sehr hart umkämpft. Im Großmeisterturnier entschied am Ende nicht nur das Können, sondern auch das bessere Nervenkostüm. Wladimir Kramnik und Peter Leko beendeten als erste ihre Partie aber nicht ohne einen großen Aufreger. Kurz vor der Zeitkontrolle im 40. Zug entstand die folgende Stellung: Kramnik,Wladimir (2790) - Leko,Peter (2734)
Die schwarzen Figuren sind so bedrohlich vor dem weißen König postiert, dass Weiß keine Verteidigung mehr hat. Es droht 39...Txh4 40. gxh4 Dg4+ usw., wonach das Matt unabwendbar wäre. 39.Bxf6 Ein letzter Versuch. Nach 39.Qc2 schließt 39...f5! die Diagonale b1-h7 und die Hauptdrohung wird erneuert. 39...gxf6 40.Qd5 Bd3? Schmeißt den Sieg weg, der gleich mit mehreren Zügen gesichert hätte werden können. 40...Kg7 41.Qb7+ Kg8!-+; 40...Qg4-+; 40...Rg4-+ 41.Qf7+ Nun ist es - leicht ersichtlich - Dauerschach. 41...Kh8 42.Qf8+ Kh7 43.Qf7+ Kh8 44.Rc1 Droht Matt auf c8, das aber leicht zu verhindern ist. 44...Bc2 45.Qf8+ 45.Rxc2?? Re1+ 46.Kh2 Rh1# 45...Kh7 ½-½ Die Partie zwischen Shakhriyar Mamedyarov und Liem Quang Le endete als nächste. Die Spieler bekriegten sich in einer heißdiskutierten Variante des angenommenen Damengambits. Mamedyarov spielte wie gewöhnlich sehr aggressiv und scheute nicht vor komplizierten Strukturen. Er schaffte sich einen gefährlichen Freibauern auf der e-Linie und kam dem gegnerischen König im Mittelspiel gefährlich nahe. Der Vietnamese verteidigte sich nach Kräften, doch nach ca. vier Stunden Spielzeit unterlief ihm ein schwerer Fehler, nach dem der Aserbaidschaner die Partie sofort für sich entschied. Mamedyarov,Shakhriyar (2761) - Le Quang,Liem (2681)
48...Rg6? 48...Rc4! bot Rettungschancen. 49.Qf3 Rd8 50.Qf5 Weiß fesselt den Turm und droht ihn mit 51.h5 zu gewinnen. 50...Qg4 Der einzig sinnvolle Zug. 51.Qxg4 Rxg4 52.e7! Jetzt gewinnt Weiß aber dank seines starken Freibauern. 52...Ra8 53.Red1 Und Schwarz gab auf, da er nichts gegen die Drohung 54.Td8 ausrichten kann. 1-0 ![]() "Shak" Mamedyarov Arkadij Naiditsch traf auf den Tabellenführer Ruslan Ponomariov und hätte diesem beinahe den vollen Punkt abgenommen. Die Kontrahenten diskutierten die in der Weltspitze sehr beliebte Berliner Verteidigung der Spanischen Eröffnung. Der Lokalmatador, der diese Variante sowohl mit den weißen als auch mit den schwarzen Steinen zu spielen pflegt, erspielte sich einen Endspielvorteil. Er opferte einen Bauern am Königsflügel, konnte aber dafür die gegnerischen Figuren zurückdrängen und gefährlich mit einem Turm auf die siebte Reihe eindringen. Irgendwo dann fand er aber nicht die beste Fortsetzung und entließ den Ukrainer aus der Umklammerung. Letztendlich landeten die Spieler in einem berüchtigten Endspiel. Naiditsch versuchte mit Turm und Läufer gegen Turm einen Sieg zu erzwingen, doch Ponomariov zeigte, dass er das theoretische Remisendspiel beherrscht. Nach der dritten Runde zeigt sich ein ungewöhnliches Bild. Ruslan Ponomariov und Shakhriyar Mamedyarov führen mit 1,5 Punkten Vorsprung auf das restliche Feld die Tabelle an. In der vierten Runde kommt es zu folgenden Begegnungen: Naiditsch – Leko Im Helmut-Kohls-Turnier sind bislang zwei Runden absolviert. An der Spitze liegen drei Spieler: Der Vorjahressieger Markus Schäfer, Großmeister Romuald Mainka und aus hiesiger Sicht erfreulich Patrick Zelbel, der in der zweiten Runde gegen die Dame im Feld, Carmen Voicu, gewann.
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