| Kämpferischer Auftakt beim Sparkassen Chess-Meeting 2011 |
Kämpferischer Auftakt beim Sparkassen Chess-Meeting 2011Das Sparkassen Chess-Meeting 2011 hat begonnen. Vom 21. bis 31. Juli 2011 ist Dortmund der Nabel der Schachwelt. Beim bedeutendsten Schachturnier Deutschlands treffen sechs Weltklassespieler im Schauspielhaus Dortmund aufeinander. Unter ihnen der mehrfache Weltmeister Wladimir Kramnik (Russland) und der Vorjahressieger Ruslan Ponomariov (Ukraine). Die deutschen Farben vertritt Georg Meier. Der Trierer ist die Nr. 90 der Weltrangliste und spielt zum ersten Mal in der Ruhrmetropole.
Nachdem die Bürgermeisterin Birgit Jörder im Beisein des Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Dortmund, Uwe Samulewicz, die erste Runde eröffnete, gingen die Kontrahenten im vollen Tempo aufeinander los. Georg Meier und Liem Quang Le (Vietnam) agierten dabei so schnell, dass sie schon nach einer Stunde ihre Partie remis gaben. Der Deutsche dachte, dass er seinen Gegner in einer Grünfeld-Indischen Partie mit einem neuen Zug überrascht hätte. Le, die Nr. 27 der Weltrangliste, hatte aber seine Hausaufgaben gemacht und glich mit den schwarzen Steinen die Partie aus. Nach 36 Zügen wiederholten die Spieler ihre Züge, da das entstandene Turmendspiel keinem realistische Gewinnchancen bot. Einen Auftakt nach Maß feierte Wladimir Kramnik. Der Rekordsieger von Dortmund – neun Erfolge - gewann gegen Ruslan Ponomariov. Der Ukrainer überraschte seinen Gegner mit der Königsindischen Verteidigung, die er sehr selten anwendet. „Damit habe ich nicht gerechnet. Es entstand eine sehr trickreiche Stellung mit unglaublich vielen Möglichkeiten auf beiden Seiten. Vielleicht hätte mein Gegner am Ende die Stellung ausgeglichen halten können, aber es war sehr kompliziert“, äußerte sich der glückliche Sieger im Nachhinein. Es folgt der entscheidende Moment dieser Partie. Kramnik,Wladimir (2781) - Ponomariov,Ruslan (2764)
29.Lb5! Nach diesem feinen Zug erlangt Weiß eine gewinnbringende Stellung. 29...Sg3+ 30.Kh2 Sf1+ 31.Txf1 axb5 32.Lxa7 Sxa7 33.Kg3! Nimmt Schwarz jegliches Gegenspiel, das nach 33.Tc1 h4! mit der Idee 34...Ld4 hätte entstehen können. 33...Sc8 34.Td1 Lf8 35.Kf3 Tb2 36.g4 Kg7?! 37.gxh5 Sd6?! 38.hxg6 fxg6 39.Sc7 Weiß hat materiellen Vorteil. Die Springer besorgen den Rest. 39...Kf7 40.Sd3 Txa2 41.Se5+ Kf6 42.Sd7+ 1-0
Über die volle Distanz ging die Partie zwischen Anish Giri (Niederlande) und Hikaru Nakamura (USA), die beide zum ersten Mal in Dortmund starten. Die Kontrahenten bekämpften sich in einer aktuellen Variante des Damengambits, einer der ehrwürdigsten Schacheröffnungen. Der Amerikaner, die Nr. 6 der Weltrangliste, luchste im Mittelspiel seinem Gegner einen Bauern ab und schien auf der Siegerstraße. Das täuschte aber gewaltig, denn es handelte sich um einen Doppelbauern am Rande des Brettes mit geringem Einfluß auf das Spielgeschehen. Giri, mit 17 Jahren der jüngste Teilnehmer des Feldes und eine der größten Nachwuchshoffnungen der Schachszene – setzte in der Folge auf die Aktivität seiner Figuren. Diese glich den minimalen materiellen Nachteil aus. Nach 5,5 Stunden endete die Partie mit Remis durch Dauerschach Am Freitag den 22. Juli findet die zweite Runde des Sparkassen Chess-Meetings 2011 statt. Liem Quang Le trifft auf Hikaru Nakamura, Ruslan Ponomariov misst sich mit Anish Giri und Georg Meier bekommt es mit Wladimir Kramnik zu tun. Die Partien beginnen um 15 Uhr. Spielort ist das Schauspielhaus Dortmund. Das Helmut-Kohls-Turnier startete am Donnerstag mit zwei Partien auf der Bühne des Schauspielhauses. Die Partien Jens Kotainy gegen Viacheslav Savchenko und Tigran Nalbandian gegen Mihail Saltaev endeten remis. Am Freitag finden zwei weitere Partien der 1. Runde statt. Martin Krämer spielt gegen Arnd Lauber und Thomas Michalczak trifft auf Robin van Kampen. |
