| 5. Juli 2009: Vierter Tag voller Spannung |
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Der Weg ins Dortmunder Schauspielhaus hat sich für die Besucherinnen und Besucher des Sparkassen Chess-Meetings wieder gelohnt. Diesmal gab es spannende Partien. Nach vier Runden der internationalen Schachtage in Dortmund führen Magnus Carlsen (Norwegen) und Wladimir Kramnik (Russland) mit je 2,5 Punkten gemeinsam die Tabelle an. Der Exweltmeister besiegte am Sonntag mit Schwarz den Dortmunder Arkadij Naiditsch und zog dadurch im Gesamtklassement mit Carlsen gleich. Turnierkommentator Sebastian Siebrecht: „Eine großartige, kämpferische Partie mit vielen Figurenopfern und entscheidenden Mattangriffen.“ Der Norweger Magnus Carlsen trennte sich zuletzt von dem Franzosen Etienne Bacrot remis. Diese Partie verlief sehr turbulent, auch wenn der 18-jährige Carlsen seinen Materialvorteil am Schluss nicht zu einem vollen Punktgewinn nutzen konnte. Klaus Bischoff, Turnierkommentator, sagte nach dieser Partie: „Gegen Ende war Bacrot materiell klar im Nachteil. Ihm gelang es allerdings, eine starke Festung zu errichten, die Carlsen nicht zu knacken vermochte.“ Das dritte Spiel des Tages zwischen Dimitri Jakowenko (Russland) und Peter Leko (Ungarn) endete ebenfalls unentschieden. Turnierdirektor Stefan Koth war sehr begeistert von der vierten Runde: „Ein kämpferischer Sonntag, das hat Spaß gemacht.“ Am Montag wird im Dortmunder Schauspielhaus die fünfte Runde des Sparkassen Chess-Meetings ausgetragen. Nach einem Ruhetag findet ab Mittwoch die Rückrunde statt, in der jeder der sechs Teilnehmer gegen jeden noch einmal mit vertauschten Farben spielt. Der Sieger des stärksten Schachturniers auf deutschem Boden steht am kommenden Sonntag fest. „Einmal mehr ist das Sparkassen Chess-Meeting eines der stärksten und attraktivsten Turniere der Welt.“ Diese Worte von Dr. Helmut Pfleger, dem international anerkannten Schachkommentator, im aktuellen Zeit-Magazin sind eine überaus erfreuliche Feststellung. Dieser Meinung schließt sich Veranstaltungsleiter Gerd Kolbe gerne an. Er stellt allerdings auch fest, dass das sehr sommerliche Wetter die Besucherresonanz ein wenig einschränkt. Gerd Kolbe: „Als ich am Freitag die Besucherinnen und Besucher begrüßte, habe ich ihnen von der Bühne aus spontan applaudiert und dafür gedankt, dass sie trotz über 30 Grad ‚drinnen und draußen’ den Weg zu uns gefunden haben.“ Die Veranstalter freuen sich darüber, dass der Deutsche Schachbund mit seinen Vizepräsidenten Dr. Hans-Jürgen Weyer und Prof. Hans-Jürgen Hochgräfe ebenso zur Veranstaltung angereist sind, wie Boris Kutin, der Präsident der European Chess Union. Dass die Organisatoren des Super-Turniers in Wijk aan Zee sowie ihre Kollegen aus Miskolc in Ungarn ebenfalls ihre Visitenkarten abgaben, ist fast schon eine lieb gewordene Tradition. Das doppelrundige Format des Großmeisterturniers mit Hin- und Rückspielen wird allgemein positiv aufgenommen. Auch die Tatsache, dass die jeweiligen Spitzenpartien des Helmut-Kohls-Turniers auf der großen Bühne stattfinden, ist nicht nur eine Referenz an die jungen Akteure, sondern auch eine Belebung des Veranstaltungsgeschehens. Neben den gut 350 Besucherinnen und Besuchern, die bislang täglich das Geschehen beobachten, „besuchen“ permanent zig Tausende Schachbegeisterte in aller Welt die Internetseite des Sparkassen Chess-Meetings sowie andere Schachseiten vom ersten bis zum letzten Zug eines jeden Turniertages. Spielstand: Carlsen und Kramnik führen mit je 2,5 Punkten. Rang drei teilen sich Jakowenko, Leko und Bacrot mit jeweils 2 Punkten. Auf Platz sechs ist derzeit Naiditsch mit 1 Punkt.
Text: Dagobert Kohlmeyer / Michael Meinders
Arkadij Naiditsch (li.) unterlag am Sonntag Wladimir Kramnik. Foto: D. Kohlmeyer |

