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Wladimir Kramnik In einem legendären Match um die Schachweltmeisterschaft besiegte er Garri Kasparow in London mit 8,5-6,5 und wurde 14. klassischer Schachweltmeister. In diesem Wettkampf zeigte sich Kramnik physisch und mental top vorbereitet. Er hielt allen Angriffsversuchen Kasparows stand und verlor keine Partie. Durch diesen Sieg ging gleichzeitig die große Ära Kasparows zu Ende. Seinen WM-Titel verteidigte der Russe im Jahr 2004 gegen Peter Leko. Nach spannendem Kampfverlauf bewies der Figurenkünstler Nervenstärke und gewann die letzte und entscheidende Partie zum Gleichstand von 7 zu 7. Zwei Jahre später folgte das nicht minder spannende Match gegen Weselin Topalow. Nach turbulentem Kampfverlauf und einem nervenaufreibenden Tiebreak konnte Kramnik seine Schachkrone verteidigen, die er allerdings beim WM-Turnier ein Jahr später in Mexiko an Viswanathan Anand abtreten musste. Peter Leko Magnus Carlsen Der Norweger ist das größte Schachtalent der Gegenwart. Seit einigen Jahren zählt Magnus Carlsen schon zur Weltelite der Denksportler. Der junge Schachprofi errang den Großmeistertitel mit 13. Früher (im Alter von 12 Jahren) schaffte das nur Sergei Karjakin aus der Ukraine. Karjakin spielte 2004 in Dortmund. Die Experten halten Carlsen aber für talentierter. Vor zwei Jahren startete der norwegische Großmeister zum ersten Mal im Revier, blieb dabei jedoch unter seinen Möglichkeiten. Als jüngster WM-Anwärter aller Zeiten kämpfte Magnus 2007 im Kandidatenturnier von Elista um die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Mexiko. Dort unterlag er dem routinierten Armenier Lewon Aronjan nur knapp im Tiebreak. In der Folgezeit sammelte Carlsen bemerkenswerte Turniererfolge, darunter 2007 in Biel und 2008 in Wijk aan Zee. Beim Chess Masters in Bilbao wurde er im letzten September Zweiter hinter dem Bulgaren Weselin Topalow. In der Schachbundesliga spielt Carlsen beim deutschen Meister OSG Baden-Baden. Seine erstaunlichen Ergebnisse haben Kenner weniger überrascht, denn die Fähigkeiten von Magnus sind ungewöhnlich. Schon mit fünf Jahren kannte er alle Länder der Erde mit ihren Hauptstädten, Bevölkerungszahlen und Flaggen auswendig. Im gleichen Alter brachte ihm sein Vater Schach bei. Damals machten dem Jungen Fußball und Skifahren noch mehr Spaß. Erst mit acht Jahren siegte seine Leidenschaft für Türme, Läufer und Springer. Aus Büchern spielte er sämtliche Partien in Gedanken nach. Bald schlug er Meister, Großmeister und 2004 beinahe den Größten. Bei einem Turnier in Reykjavik konnte sich Garri Kasparow gegen ihn nur mit Mühe ins Remis retten. Entzückt nannte die „Washington Post“ Carlsen den Mozart des Schachs. Keine Frage, dieser junge Mann will auf den Schacholymp. „Er wird mit jedem Tag stärker“ meint Weltmeister Viswanathan Anand voller Anerkennung über seinen möglichen Nachfolger. Viele sehen in Magnus den kommenden Schachkönig. Auch der achtfache Dortmund-Gewinner Wladimir Kramnik wurde schon von ihm besiegt. Kasparow hat vor vier Jahren die Schachbühne verlassen. Carlsen schickt sich an, sein Nachfolger zu werden. Wie wird der Jungstar mit dem tiefen strategischen Blick sich dieses Jahr in Dortmund verkaufen? Dimitri Jakowenko Der
russische Großmeister feiert seine Premiere in Dortmund. Dimitri
Jakowenko ist ein interessantes Gesicht aus dem unerschöpflichen
Reservoire der Schachnation Nr. 1. Er stammt aus dem sibirischen
Tjumen und spielt Schach seit seinem dritten Lebensjahr! Mit 14 war
Dimitri Internationaler Meister, 2001 gewann er die U18-Jugendweltmeisterschaft. Inzwischen ist Jakowenko 26 Jahre alt und kein unbeschriebenes Blatt mehr. In den 1990er Jahren ging er bei Alexander Nikitin, Kasparows langjährigem Trainer, in die Lehre. Die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. 2002 siegte er in Pardubice, 2005 überlegen in Montreal, im gleichen Jahr holte er die Silbermedaille bei der russischen Landesmeisterschaft. 2006 wurde er Meister von Moskau, dann folgte das zweite Silber bei der nationalen Meisterschaft. Jakowenko war sogar Sieger nach Feinwertung, unterlag aber im Schnellschach-Finale Jewgeni Alexejew. 2007 teilte er den zweiten Platz beim Corus B-Turnier in Wijk aan Zee und beim Aeroflot Open in Moskau. Danach gewann er im sibirischen Poikowski mit einem Punkt Vorsprung. Ein Jahr später teilte Jakowenko an gleicher Stelle den Sieg mit seinem Landsmann Sergei Rublewski, der auch schon in Dortmund gastierte. 2008 wurde Jakowenko wieder Zweiter im Superfinale der russischen Meisterschaft, diesmal nach Stichkampf hinter Peter Swidler. Bei der Schacholympiade in Dresden war er mit 7 Punkten aus 9 Partien bester russischer Spieler. Beim FIDE Grand Prix in Elista belegte er kurz vor dem Jahreswechsel unbesiegt den geteilten 1. Rang. Dimitris Schachkünste sind in vielen Ländern Europas gefragt. In der Bundesliga spielt er für Mülheim-Nord, in Russland für Tomsk, in Spanien für Mérida und in Frankreich für Clichy. Mit einer Elo-Zahl von 2753 liegt der Großmeister auf Platz 7 der Weltrangliste. Jakowenko hat in Moskau Mathematik studiert und ist auch auf diesem Gebiet außergewöhnlich begabt. Er musste sich zwischen einem Leben als Wissenschaftler oder Schachprofi entscheiden. Seine großartigen Turnierergebnisse haben ihm womöglich die Wahl erleichtert. Den eigenen Spielstil beschreibt Jakowenko als positionell und strategisch ausgerichtet. Schach besteht für ihn vor allem aus Kampf und sehr viel Logik. Etienne Bacrot Zum zweiten Mal gibt der stärkste Schachspieler Frankreichs in Dortmund seine Visitenkarte ab. Im Jahre 2005 wurde Etienne Bacrot beim Sparkassen Chess-Meeting trotz eines Fehlstarts noch Zweiter hinter dem Überraschungssieger Arkadij Naiditsch. Kann er diesmal im Schauspielhaus sogar gewinnen? Mit seinem lebendigen und kreativen Schachstil hat Bacrot viele Anhänger, die ihm auf den 64 Feldern eine Menge zutrauen.
Schon
mit vier Jahren erlernte der Franzose das Schachspielen.
Internationale Schlagzeilen machte Etienne 1997, als er im Alter von
14 Jahren und zwei Monaten jüngster Großmeister der Welt wurde und
damit Peter Leko beerbte. Zu diesem Zeitpunkt hatte er im
Kinder-Bereich schon etliche Meriten vorzuweisen, unter anderem den
Weltmeistertitel in der Altersklasse U12. In der Folgezeit hat Bacrot
unter Anleitung erfahrener Schachlehrer aus Russland hart trainiert
und sich kontinuierlich weiter entwickelt. Seine Bilanz ist
eindrucksvoll. Sechsmal war er französischer Landesmeister, vor vier
Jahren schaffte er es auch schon in die Top Ten. Derzeit ist der
sympathische junge Mann die Nr. 17 der Schach-Weltrangliste. Arkadij Naiditsch
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